Pferdeausbildung

Besonnen und schonend

Es ist ein schmaler Grat zwischen Anregung und Überforderung, was für das eine Pferd eine tolle Abwechslung ist kann für ein anderes Jungpferd Stress pur bedeuten. Deshalb muss die Jungpferdeausbildung ganz individuell betrachtet werden und sich an dem Entwicklungsstand und der Persönlichkeit des einzelnen Pferdes orientieren. Zunächst braucht ein Jungpferd genügend Zeit sich an die fremde Umgebung zu gewöhnen und sollte dies in aller Ruhe tun dürfen, ohne gleich von außen Anforderungen erfüllen zu müssen. weiterlesen

Integration von Pferden

Sympathie oder Abneigung?

Kurzfristig erkennt man die Sympathie auf den ersten Blick an einer interessierten, aggressionslosen Annäherung. Die Pferde treten in Nasenkontakt und beschnüffeln sich ausgiebig. Langfristig sollte als Minimum gesehen werden, dass die Pferde sich gegenseitig ignorieren, also praktisch nebeneinander her leben können  oder aber im besten Falle miteinander befreundet sind und dann auch Körperkontakt aufsuchen, miteinander Fellpflege betreiben, Seite an Seite grasen und die freundschaftlichen Kommunikationsformen deutlich in der Überzahl sind. weiterlesen

Die “Chef-Frage” im Fokus

MĂĽssen wir der “Chef” in der Pferd-Mensch-Beziehung sein?

Verhaltensbiologisch betrachtet ist die Vorstellung von einem „Chef-Verhältnis“ so nicht haltbar. Eine Frage wäre schon allein von menschlicher Seite, was genau denn eine typische Chef-Beziehung überhaupt beinhalten würde. Selbst unter Menschen unterscheiden sich die Vorstellungen von einem guten, souveränen Chef doch erheblich. Fakt ist, wissenschaftlich gesehen, dass es auch unter Pferden „den“ einen Pferdechef so nicht gibt. Pferdeherden sind sehr unterschiedlich strukturiert, die einzelnen Tiere kennen einander, ihre Stärken und Schwächen und leben in unterschiedlich engen Beziehungen zueinander. weiterlesen

Burnout bei Pferden?

Gefahr des Erschöpfungszustandes

Da die Hummanpsychologische Bezeichnung nicht überall genau gleich verwendet wird, spreche ich beim Pferd lieber von einem allgemeinen meist stressbedingten Erschöpfungszustand. Dieser ist bei Pferden weit verbreitet und kann für das betroffene Tier weitreichende Folgen haben. Meist ist es schwierig bzw. nur von Fachleuten zu ermitteln, wie die Abgrenzung zu anderen Krankheitsbildern wie etwa Depressionen erfolgen kann und daraus ein Konzept für das jeweilige Pferd entwickelt werden kann. Bei Pferden äußert sich der chronische Erschöpfungszustand meist in einem mehr oder weniger diffusen Gesamtbild. weiterlesen

Stress in der Jungpferdeausbildung

Wie also Stress rechtzeitig wahrnehmen?

Mehr Augenmerk muss zur Vermeidung der folgenschweren Auswirkungen von Stress auf die Erkennung der Stress-Symptome und das Wissen um eine stressfreie Ausbildung gelegt werden.  Stress zu erkennen ist nicht immer ganz einfach: zunächst muss zwischen aktiven und passiven Stresstypen unterscheiden werden. Es gibt Pferde, die sogenannten aktiven oder extrovertierten Stresstypen, die bei Frust eher herumtänzeln, schnappen oder auch steigen, und andere Pferde, die passiven oder introvertierten Stresstypen, welche eher „erstarren“, plötzlich immer langsamer werden und „stur“ oder „faul“ auf den ungeübten Betrachter wirken. weiterlesen

Stress in der Jungpferdeausbildung

Lieber vorbeugen statt behandeln

Die Ausbildungsphase ist eine stressige zeit für das junge Reitpferd. Vieles ändert sich im Leben des Tieres und eine ganze Reihe neuer Anforderungen muss bewältigt werden. Hatte das Jungpferd vor der Ausbildung „nur“ sein Herdenleben und den Alltag zu meistern, kommen ab dem ersten Tag der Ausbildung viele neue Faktoren hinzu. Vom ausbildenden Menschen über diverse unbekannte Ausrüstungsgegenstände bis hin zu den Lerninhalten, alles ist neu und anders und es erfordert von uns Menschen viel Fingerspitzengefühl dem Pferd das Lernen so leicht wie möglich zu machen. weiterlesen

Tempo, Takt und Rhythmus

Bewegungen beschreiben

Es muss unterschieden werden, ob es sich um die reiterlichen Definitionen oder die musikwissenschaftlichen Definitionen handelt. In der Ausbildungsskala ist der Begriff Takt etwa der erste Punkt, der ein räumliches und zeitliches Gleichmaß aller Tritte beschreibt und auf allen Linien und in Wendungen oder Tempoveränderungen erhalten bleibt. Der Schritt ist ein Viertakt, Trab ein Zweitakt und der Galopp in der Regel ein Dreitakt. In der Musik ist der Takt eine gedachte Größe, die einen Grundschlag angibt, also eine Anordnung von Notenwerten mit gleicher Zählzeit.  weiterlesen

Pferdeintelligenz

Ăśberlasst das Denken den Pferden…

…Sie haben den größeren Kopf. Diese bekannte Aussage ist zugleich wahr und unwahr und immer eine Frage der Perspektive. NatĂĽrlich können Pferde keine rationalen Entscheidungen treffen und etwa unseren StraĂźenverkehr ĂĽberblicken. Hier wäre es fahrlässig, sich auf ihre Denkfähigkeit zu verlassen. In anderen Gebieten, wie etwa dem Entstehen eines unsichtbaren Bandes der Freundschaft, da können wir uns getrost auf die starken sozialen Fähigkeiten der Pferde verlassen. Intelligenz ist ein vielschichtiges Gebilde, meine Definition wĂĽrde lauten: Intelligenz ist die Fähigkeit des Pferdes Ursache und Wirkung zu unterscheiden und im Rahmen seiner kognitiven Möglichkeiten wiederkehrende Muster zu erkennen. In diesem Sinne ist die Intelligenz eines jeden einzelnen Pferdes ebenso einzigartig wie die eines Menschen. Die individuellen kognitiven Fähigkeiten eines Lebewesen bietet somit einen sehr persönlichen Zugang zu unserer Welt und bestimmen wie AuĂźenreize wahrgenommen und erlebt werden. weiterlesen