Reiten lernen

Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen

Grundsätzlich kann man in jedem Alter reiten lernen, es ist weniger eine Frage des Alters als eine an den eigenen Anspruch, den Fleiß und die Motivation. Sicher wird es umso älter der Einsteiger ist desto unwahrscheinlicher, bzw. mit sehr viel Einsatz und Training verbunden, in die sportliche Weltelite vorzudringen, reiten auf Freizeitniveau  ist jedoch ein erreichbares Ziel. Kinder haben ein intuitives Lernvermögen, gerade im Bereich des Bewegungslernen ist ihr junger Körper offen für neue Erfahrungen und Bewegungen. Unbewusst und oft genug unbeschwert saugen Kindern Neues auf. Die allermeisten Erwachsenen gehen dagegen das Thema Reitenlernen eher strategisch und kopfgesteuert an. Sie versuchen sich Informationen und Wissen anzueignen und sehr kontrolliert Bedingungen zum „Vorankommen“ zu schaffen. Dabei fällt es ihnen oft schwer sich fallenzulassen, wirklich im Moment zu leben und dabei tatsächliche essentiell wichtige Erfahrungen zu machen. weiterlesen

Ein Rezept:

Der Spanische Schritt in nur 17593 Schritten

Man nehme:

  • schätzungsweise 1 Tonne Leckerlis
  • belege vorher einen Pferdemassagekurs
  • arbeite am punktgenauen Clickertiming
  • lerne perfektes Target-Training

Immer wieder werde ich nach genauen Anleitungen für einzelnen Lektionen, Tricks oder Lösungen für Problemfelder gefragt. Bei genauerer Betrachtung haben jedoch jegliche Rezepte zum Nachmachen so ihre Tücken. weiterlesen

Buchtipp:

Angst, Stress und Unsicherheit beim Pferd

Heute möchte ich Euch ein ganz besonderes Pferdebuch empfehlen, welches für mich persönlich eindeutig das Pferdebuch des Jahres 2017 ist. Und das nicht nur, weil die besonderen Pferde und ihr Wohlbefinden mir sehr am Herzen liegen, sondern vor allem auch, weil es den Autorinnen Christine Dosdall, Viviane Theby und Kathrin Wycisk gelingt dieses komplexe Thema gezielt auf den Punkt zu bringen. Der Untertitel „Symptome – Ursachen – Training“ verrät bereits die enorme Bandbreite der Themen. Dabei wird der Bogen von biologischen Grundlagen über Angst, Stressgeschehen und Bewältigungsstrategien über lerntheoretische Themen wie Verstärkungsraten oder aber variable Verstärkung und Sensibilisierung und Desensibilisierung bis hin zu ganz praktischen Themen wie möglichen Managementmaßnahmen oder der Erarbeitung eines Kooperationssignals. Ein ganzer Abschnitt im Buch ist auch diversen Praxisübungen begonnen mit Fütterungstechniken über Bodentargets bis zu Notbremse und Anfassen und Manipulation gewidmet. weiterlesen

Probleme mit Pferden?

Der unberechenbare Faktor Mensch

Die letztlich größte Herausforderung für mich als Verhaltens-Profi sind nicht die Pferde, sondern deren Menschen. Die Menschen sind es ja, die an ihren eingefahrenen Vorstellungen festhalten, die nur bedingt lernbereit sind und sich oft nur schlecht auf Neues einlassen können. Es gilt für mich zum einen zu informieren und Pferdemimik und Körpersprache, Lernverhalten und Sinnesphysiologie der Pferde ebenso näherzubringen wie das Wissen um die praktische Anwendung wissenschaftlich belegbarer und sanfter Ausbildungsmethoden. weiterlesen

Probleme mit Pferden?

Extreme Pferdetypen 

So schön es auch ist, dass immer mehr unterschiedliche Pferderassen aus allen Teilen der Welt in Deutschland zu finden sind, es ist für mich als Profitrainer eine Herausforderung die Menschen mit ihrer Wahl für ein bestimmtes Tier zu begleiten. Oft genug werden Pferde nämlich nach Schönheit ausgewählt oder bestimmten Modetrends nachgeeifert. Da wurde dann in den 1990er Jahre oft genug der bildhübsche zarte Vollblutaraber angeschafft, während 10 Jahre später der puschelige Tinker voll im Trend lag. Auch gibt es immer viele Menschen, die einen Faible für die riesigen kräftigen Kaltblüter haben oder aber oft die eleganten schnellen englischen Vollblüter. Gegen unterschiedliche Geschmäcker ist bei echtem Interesse und Liebe zu den Tieren natürlich nichts zu sagen. Es ist allerdings immer dann eine Herausforderung, wenn dem Besitzer nicht bewusst ist, dass extreme Rassen meist auch vom Wesen her anders sind als das gewohnte durchschnittliche deutsche Warmblut. weiterlesen

Probleme mit Pferden?

Mischen von Ausbildungsmethoden

Eine für mich große Herausforderung ist überhaupt der Wechsel zur positiven Verstärkung in der Ausbildung. Als Trainerin möchte ich diese Art der Pferdeausbildung verbreiten und möglichst vielen Pferd-Mensch-Teams einen Zugang dazu verschaffen. Es ist aber leider ein langwieriger Prozess von traditionellen Wegen abzuweichen und sich neuen Methoden zu öffnen. Daneben bedarf es viel Übung und lerntheoretischem Fachwissen, um eine neue Ausbildungsform überhaupt korrekt und pferdegerecht anwenden zu können. weiterlesen

Probleme mit Pferden?

Pferde, an denen schon viele herumprobiert haben

Leider sind es gerade die besonderen Pferde, an denen sich sicher auch in guter Absicht viele Profis probieren und letztlich auch teilweise profilieren wollen. Nur zu oft geht es dann nicht mehr um das Pferd und seine Bedürfnisse, sondern um das Ego des Trainers oder Besitzers. Da soll der notorische Steiger „korrigiert“ werden und über aberwitzige Konstruktionen werden Pferde ruhiggestellt und an den Reiter „gewöhnt“. Diese Pferde gehen oft durch viele verschiedene Hände und mit jedem Wechsel entsteht  ein weiteres Problemfeld. weiterlesen

Probleme mit Pferden?

Depressionen und erlernte Hilflosigkeit

Als Verhaltensexpertin werde ich oft erst dann gerufen wenn das Kind schon lange in den Brunnen gefallen ist. So ist dann eine riesige Herausforderung ein in erlernter Hilflosigkeit oder gar in Depressionen versunkenes Pferd langsam wieder hervorzulocken und wieder zu einem stolzen, aktiv am Geschehen teilnehmenden Individuum zu verhelfen. Viel zu viele Pferde erleben in ihrem Alltag so viel Stress, ungünstige Lebensbedingungen und Überforderung, dass diese Schutzmechanismen ergriffen werden. Die erlernte Hilflosigkeit führt dazu, dass ein Pferd welches oft genug gemaßregelt und für aktives Verhalten gestraft wurde immer passiver wird und letztlich lernt, dass es nichts erreichen kann, egal was es probiert. Dies führt zu einer totalen Passivität und Handlungsunfähigkeit und in weiterer Folge zu großem emotionalen Leid und ggf. zu depressiven Verstimmungen. Die Pferdeseele leidet unter dem harten Umgang der vielerorts ganz routinemäßig betrieben wird. weiterlesen