Streng nach Vorschrift!

Eine Regel sie zu knechten

Oft genug wird uns weisgemacht, dass es in Bezug auf unsere Trainingsmethoden eine Reihe „goldener Regeln“ gibt, deren Befolgung vorgeblich unter allen Umständen uneingeschränkt richtig ist. Das Problem einer solchen Betrachtungsweise ist aus meiner Sicht nur, dass jede Regel, jedes angebliche Gesetz nur in einem bestimmten definierten Setting absolute Gültigkeit besitzt, bzw. in einem wissenschaftlichem Kontext beschrieben wurde und daher nicht unbedingt die komplexe Lebensrealität auf unseren Weiden widerspiegelt. Jede Regel besitzt Ausnahmen, unscharfe ausgefranste Ränder und Anwendungsbereiche, die oftmals durch für uns unsichtbare Faktoren in das Gegenteil verkehrt werden können. weiterlesen

Ein Signal - ein Verhalten?

Unter der Bewusstseinsschranke verborgen

Die Frage nach dem „Wann“ ich „Was“ mache um mit dem Pferd in einen Dialog zu treten kann nicht einzig mit einem Handbuch oder der Ausführung klar definierter Signale umschrieben werden. Ich persönlich möchte kein Pferd, welches lediglich eine einzige eng definierte Form des Angaloppierens auf ein ganz bestimmtes Handzeichen kann und es dann immer in genau in diesem einen Tempo, genau mit jener Kadenz und Aufrichtung zeigt. Es darf und soll mit mir je nach Kontext sowohl explosiv mit voller Bewegungsdynamik aufwärts springen können, wie flach und langsam galoppieren. Durch das Angebot meiner Signale, meiner Position zum Pferd, unserem vorherigen Verhalten und vieler kleiner Details unserer momentanen Motivation möchte ich viel mehr gemeinsam mit dem Pferd einen Moment des Zusammenseins interpretieren. weiterlesen

Verständigung auf gemeinsame Ziele

GespĂĽr fĂĽrs Pferd

Neben unseren Emotionen und dem intensiven Erleben des Moments werden wir auch immer von unserer Intuition geleitet. Weder Mensch noch Tier können allein rational und verstandesgemäß ihre Handlungen kontrollieren. Wir gebrauchen immer auch unsere unbewussten Gefühlsebenen, um intuitiv zu erfassen, welcher Weg genau in diesem Augenblick für uns vorgezeichnet ist und uns stimmig erscheint. Um das zu entscheiden ist es oft geradezu hinderlich in einem engen Korsett aus Regeln und reiterlicher Traditionen zu verharren. Wir brauchen auf dieser Kommunikationsebene mit unserem Pferd eher eine gute Beobachtungsgabe, eine schnelle Umsetzung und ein authentisches Ausdrucksvermögen. Wir nehmen nicht nur einseitig Einfluss auf das Verhalten der Pferde und versuchen ihre Aktivität in unserem Sinne zu formen, sondern werden in diesem Prozess des Austausches auch immer eine Veränderung unserer eigenen Motivation und Ziele erfahren. weiterlesen

Intuitives Lernen

Faszination Bewegungsdialog

Natürlich kenne ich als Verhaltensbiologin die vielen Erkenntnisse der Lernpsychologie, Neurobiologie oder Kognitionsforschung. Es gibt viele wichtige und richtige Theorien, erforschte Gesetzmäßigkeiten und belegbare Regeln, die uns oft das Gefühl vermitteln, wir „wüssten“ bereits bis ins letzte Detail, was beim Thema Lernen und damit auch im Pferdetraining genau passiert. Dieses Wissen versuchen wir dann oft umzusetzen, indem wir uns an die Dogmen und Erfahrungswerte einzelner Trainingsspezialisten halten, die uns vormachen, was im Laborversuch unter kontrollierten Rahmenbedingungen möglich ist, wenn wir uns beispielsweise an die Regeln der operanten Konditionierung halten. weiterlesen

Sommerzeit ist Fotozeit

Leseempfehlung: Der Fotokurs von Tania Konnerth

Endlich bessere Pferdefotos zu knipsen ist auch einer meiner Wünsche. Da ich mich nun nicht gerade besonders und in erster Linie für technische Details der Fotografie an und für sich interessiere, sondern mehr für Bildgestaltung, Lichtstimmungen oder besondere Blickwinkel, kam der Fotokurs von Tania Konnerth von Wege zum Pferd da gerade recht. Dieser umfangreiche Online-Kurs bietet auf ca 150 Seiten einen genialen Überblick über die verschiedenen Themengebiete der Pferdefotografie, der sich ausdrücklich an Laien richtet. Besonders interessant war es für mich diese einzelnen Themenfelder wie beispielsweise Porträtfotos, Reitbilder oder Hallenfotos nicht nur in einer bestechenden Beschreibung vorgestellt zu bekommen, sondern vor allem auch im Vergleich von gelungenen und weniger gelungenen Beispielbildern wirklich präsentiert zu bekommen. Begleitet werden diese „guten“ und „weniger guten“ weiterlesen

Sanft & Sinnlos?

Raus aus der Schublade

Wer sich ehrlich bemüht mit seinem Pferd im Alltag wie im Training hauptsächlich über positives Feedback in Kontakt zu treten, sieht sich leider immer noch mit vehementer Kritik und Herabwürdigung konfrontiert. Nur allzu oft erleben wir in der Welt der Pferde einen Wettkampf der Methoden: Wer erreicht mit seinem Training die spektakulärsten Leistungen? Wer kann das Wesen der Pferde besser verstehen als andere oder wer hat angeblich die innigste Beziehung zu seinem Vierbeiner? Wer aus diesem fruchtlosen Kreis der Deutungshoheit ausbrechen möchte muss sich einfach wieder emotional auf sich und das eigene Pferd zurückziehen. Dabei entsteht immer ein Spannungsfeld zwischen dem Bild welches Außenstehende von uns konstruieren und unserem ganz persönlichem Empfinden, wie es sich für uns und unseren vierbeinigen Partner richtig weiterlesen

Stress durch gezieltes Training vermeiden

Gelassenheitstraining und Medical Training

Viele typische Stressprobleme entstehen üblicherweise aus der übertriebenen Erwartungshaltung des Menschen und der fehlenden Berücksichtigung der Pferdepsyche: Wir konfrontieren Pferde immer wieder mit einer sorglosen Selbstverständlichkeit mit Objekten oder Situationen auf die sie von Natur aus nicht vorbereitet sind und orientieren uns dabei im Training nicht an ihren kognitiven Möglichkeiten sondern lediglich an dem angestrebten Erfolg. Daher ist es wichtig sich im Sinne der Pferde mit den Möglichkeiten professionellen Pferdetrainings auseinanderzusetzen Probleme und Schwierigkeiten von vornherein zu vermeiden. Gerade in Bezug auf das Gelassenheitstraining und die Kooperationsbereitschaft des Pferdes bei Tierarztterminen gibt es viel Potential für eine irritationsfreie Kommunikation.
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Stress in der Ausbildung …

… erkennen und vermeiden

Stress ist im Pferdetraining und in der Ausbildung unserer Vierbeiner leider wesentlich weiter verbreitet als mancher vermuten würde. Auf der einen Seite lässt es sich kaum vermeiden, dass ein Pferd in unserer komplexen Welt sei es durch den Straßenverkehr, den Aufenthalt in einer Reithalle oder den Transport auf einem Pferdeanhänger für einen überschaubaren Zeitraum Stress empfindet und dadurch ein vorübergehendes Unwohlsein verspürt. Auf der anderen Seite gibt es jedoch viele vermeidbare Stressauslöser, die sich mit ein wenig Sensibilität und Fingerspitzengefühl vorhersehen und abmildern lassen. weiterlesen