Nur in der zweiten Reihe?

Psychische Probleme beim Zweitpferd

Viele Zweitpferde sind einfach übriggeblieben, sie sind alt oder gebrechlich, sie sind irgendwann zu klein für die Kinder oder können im sportlichen Sinne keine Leistungen mehr erbringen. Zwar entscheiden sich viele Menschen dafür, den Tieren einen schönen Lebensabend zu ermöglichen, aber die meiste Zeit, die für das Hobby Pferd zur Verfügung steht, wird nur noch in das „nutzbare“ Reitpferd gesteckt.
Die seelischen Folgen für das „abgeschobene“ Pferd sind unterschiedlich: Sicher wird ein Pferd, dass nie eine besonders enge Beziehung zum Menschen gehabt hat anders reagieren als ein sehr anhängliches und menschenbezogenes Tier, welches sehr viel Zuwendung und Beschäftigung erfahren hat und sich nun vernachlässigt fühlt.
Zweitpferde können durch den Mangel an geistigen Anregungen und Ansprache sogar depressiv werden und sich immer weiter in sich selbst zurückziehen. Manche Pferdebesitzer machen nun den Fehler, das scheinbar weiterlesen

Pausen im Pferdetraining

In der Ruhe liegt die Kraft

Pausen sind Zeiten, in denen das Pferd und damit auch der Mensch sich nicht auf ein bestimmtes Trainingsziel konzentrieren. Positives Pferdetraining erfordert immer von beiden Partnern ein Höchstmaß an Konzentration und ist somit mental sehr anstrengend. Weder Mensch noch Tier können sich durchgehend konzentrieren, daher müssen Phasen der Konzentration von Momenten der Entspannung und Zerstreuung unterbrochen werden. Dabei ist es individuell je nach Persönlichkeit unterschiedlich, wie oft eine Pause benötigt wird und wie lange diese sein sollte. Innerhalb einer anspruchsvollen Trainingssession hat es sich bewährt, immer wieder aktiv eine Auszeit einzuleiten bevor die Konzentration merklich abfällt. Pausen bedeuten nicht zwingend gar keine Aktvität oder Langeweile, sondern können mit gut beherrschten Lektionen, dem gemeinsamen Schlendern oder mit dem Grasen am Rande des Weges verbracht werden, kurzum ein Moment der geistigen Entspannung und der Besinnung. Über längere Zeiträume können auch einige Tage Trainingspause zwischen den einzelnen Lerneinheiten sinnvoll sein, um Bewegungsmuster zu verinnerlichen und geistige Herausforderungen in Ruhe wirken zu lassen. Ein weiterlesen

Positivmarker erkennen

Pferdemimik interpretieren im Sinne des Tierschutzes

Genauso wichtig wie das Erkennen von stressauslösenden Situationen und den Auslösern von Unwohlsein ist die Orientierung an den positiven Emotionen, die sich ebenso im Gesicht unseres Pferdes zeigen und uns eine Bestätigung geben können, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Eine aufgeschlossene, interessierte und neugierige Lebenseinstellung des Pferdes halte ich für eine Grundvoraussetzung für ein gelungenes Miteinander von Pferd und Mensch. Interessierte Pferde haben ein reges, aber nicht hektisches Ohrenspiel, der Fokus der Ohren wechselt vom aufmerksam aufgestellten Ohren-nach-vorne-Richten, zum Hinwenden eines oder beider Ohren zu einer Geräuschquelle, eines interessanten Objektes oder zur vertrauten Bezugsperson. Die Augen sind weich und klar, erscheinen groß und blicken ruhig und aufmerksam umher und nehmen aktiv am Geschehen teil. Die Nüstern- /Maulpartie bleibt entspannt und weich, es bilden sich keine tiefen Falten und abgesetzte verhärtete Muskelstränge. weiterlesen

Wie erkenne ich die deutlichen Alarmsignale?

Pferdemimik interpretieren im Sinne des Tierschutzes

Ein für Verhaltensexperten eindeutiges, aber leider von vielen Reitern überhaupt nicht wahrgenommenes Alarmsignal findet sich im Gesicht erschreckend vieler Pferde wieder, nämlich das scheinbare Fehlen von deutlicher Mimik. Eine ausgeprägte Ausdruckslosigkeit, eine Leere im Gesicht, die sich durch das komplette Einfrieren der Gesichtsmuskulatur äußern kann, ist nicht normal und bei emotional stabilen, psychisch gesunden und körperlich schmerzfreien Pferden nicht vorzufinden. Es ist auffällig, wenn die Ohrenstellung in der einmal gewählten Position (meist in der typischen Stresshaltung mit seitlich nach hinten gerichteter Öffnung der Ohren und hoher Spannung in der Ohrbasis oder aber auch auffällig schlaff seitlich herabhängende Ohren) über einen längeren Zeitraum von mehr als einigen Sekunden verbleiben. weiterlesen

Das Auge schulen, Emotionen wahrnehmen:

Pferdemimik interpretieren im Sinne des Tierschutzes

Der Schutz der Pferde beginnt mit unserer Wahrnehmung und unserem kritischen Blick. Pferde sind sehr kommunikative, ausdrucksstarke Tiere, denen ihre Gefühle und Befindlichkeiten deutlich sichtbar ins Gesicht geschrieben sind. Wenn wir Reiter uns zusammenschließen, unser Auge schulen und lernen, was genau Pferde uns über ihre Mimik mitteilen möchten, dann haben wir ein wirksames Mittel in der Hand, Missstände im Pferdesport deutlicher zu benennen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und Positivbeispiele entsprechend zu würdigen. Oft erscheint es mir, dass unser Blick getrübt ist, wenn es um das Thema Reiten geht. Wir lassen uns vom Ideal einer bestimmten Lektion, einer Reitweise oder einer angesagten Mode darüber hinwegtäuschen, dass der Blick des Pferdes alles andere als glücklich ist. Ein Wandel im Reitsport weg vom allgegenwärtigen „Benutzen“ der Pferde hin zu einem wirklich respektvollen Umgang und persönlichkeitsorientierten Verhältnis kann nur funktionieren, wenn wir unser Gegenüber Pferd ernst nehmen. weiterlesen

Irgendwie anders

Eine Reise durch das Pferdegehirn

Das Pferd besitzt so wie wir Menschen ein typisches Säugetiergehirn, also eine fantastische Projektionsfläche auf der die Außenwelt in den wildesten Farben dargestellt werden kann. Dieses hochkomplexe Organ ist die Quelle des Wahrnehmungsvermögens und der beeindruckenden Lernleistungen, wie auch der Ort der vielen kleinen Erinnerungen, der erlebten Gefühle und der unbewussten Reiz- und Informationsverarbeitung. Dabei weist es einige Besonderheiten auf, denn es hat sich im Vergleich zu unserem Gehirn in einem ganz anderen evolutionären Kontext entwickelt.
Die ursprüngliche Reizwahrnehmung des Pferdes wird dabei immer auch massiv gefiltert. Blitzschnell entscheidet das Pferdegehirn, was ist „überlebenswichtig“ und was ist „unbedeutend“. Diese Einteilung deckt weiterlesen

Die Verletzlichkeit der Pferdeseele

Körperliche und seelische Verletzungen

Niemand wird sein Pferd vor allem Unheil dieser Welt verschonen können. Daher gehören sicher sowohl körperliche wie auch seelische Blessuren zu einem ganz normalen Pferdeleben dazu. Dabei verlaufen sowohl physische wie auch psychische „Wundheilungsprozesse“ durchaus vergleichbar ab. Es bildet sich um eine körperliche Verletzung herum eine Art Ersatzgewebe, das die Funktionsfähigkeit aufrechterhält und eine stützende Funktion hat. Ebendiese Stützfunktion haben körperliche Narben mit seelischen gemein. weiterlesen

Ehrlich motiviert!

Das neue Buch von Sylvia Czarnecki

Endlich gibt es wieder neuen Lesestoff für uns Interessierte am Training mit positiver Verstärkung. Im neuen Buch „Ehrlich motiviert“ von Sylvia Czarnecki präsentiert sie uns praxisorientiertes Wissen, welches vor allem dem Einsteiger ins Training mit positiver Verstärkung und Umsteiger von anderen Trainingsmethoden motiviert und Lust am Ausprobieren macht. Gerade auch das notwendige lerntheoretische Grundwissen findet sich in einigen Abschnitten praxisnah dargestellt. So kann der Leser nachlesen, was es mit Konditionierungseffekten und dem Motivationslevel auf sich hat und findet viele Fachbegriffe wie Shaping oder Targeting übersichtlich dargestellt.
Besonders auch der Praxisteil des Buches mit seinen genauen Beschreibungen der Vorgehensweise der Erstkonditionierung und des grundlegenden Höflichkeitstraining ist übersichtlich und kleinschrittig beschrieben. Es finden sich dabei auch ganz alltägliche Aufgabenstellungen wie das freie Stehen und Folgen des Pferdes ebenso wieder wie Fragen rund weiterlesen