Das Pferdegehirn

Bauartbedingte Funktionsweise

Das Pferdegehirn ermöglicht als typisches Säugetiergehirn eine große Vielfalt an Möglichkeiten. Es verhilft dem Pferd ebenso beim Lernen und Denken, wie auch zum Erinnern, Fühlen oder zur ganz unbewussten Reiz- und Informationsverarbeitung. Dabei weist es einige Besonderheiten im Vergleich zu uns Menschen auf, die es zu bedenken gilt:

Wichtige Filtermechanismen
Die Reizwahrnehmung des Pferdes wird wie bei uns Menschen auch massiv gefiltert. Blitzschnell entscheidet das Pferdegehirn dabei, was „wichtig“ und was „unbedeutend“ ist. Diese Einteilung deckt sich nicht unbedingt mit unserem menschlichen Erfahrungshorizont. Wir Menschen würden eventuell so manches Geräusch im Straßenverkehr als „gewöhnlich“ und damit „unbedeutend“ einstufen, während das Pferd es möglicherweise als „bedrohlich“ einstufen könnte. Zu den Filtermechanismen gesellen sich viele andere Steuerungsmechanismen des Gehirns, die dem Pferd dazu verhelfen Reize genaustens zu verarbeiten.

Die Konzentration
Die Konzentrationsfähigkeit des Pferdes hängt entscheidend von der Motivation des Tieres ab. Ein Pferd wird sich immer dann besonders gut konzentrieren können, wenn es an etwas interessiert ist, die Beschäftigung mit einem Thema ihm irgendwelche Vorteile verschafft. Müdigkeit und Ablenkung beeinflussen dabei sehr stark die Konzentrationsfähigkeit. Ein gestresstes Pferd kann seine Aufmerksamkeit nicht auf eine Sache richten.

Das Arbeitsgedächtnis
Darüber hinaus dürfen wir nicht vergessen, dass das aktuelle „Denkfenster“ des Pferdes, sein Arbeitsgedächtnis nur eine recht kleine Kapazität aufweist. Lerninhalte müssen daher klar strukturiert, gut aufbereitet sein und häppchenweise dargeboten werden. Pferde merken sich Dinge immer dann besonders gut, wenn sie gleichzeitig passieren. Ihre Denkweise ist an das Element „was gehört räumlich oder zeitlich gesehen zusammen?“ sehr gut angepasst.

Das Erinnerungsvermögen
Das Erinnerungsvermögen des Pferdes ist großartig ausgebildet. Dennoch kann es leicht zu „Fehlern“ bzw. Schwächen in der Abrufbarkeit einmal gelernten Wissens kommen, wenn Erinnerungen oder gespeicherte Erfahrungen z.B. von negativen Gefühlen überlagert sind. So können vermeintlich ängstliche Pferde eigentlich vorhandene Fähigkeiten eventuell aktuell nicht ausführen.

LG,

Marlitt

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