Probleme mit Pferden?

Der unberechenbare Faktor Mensch

Die letztlich größte Herausforderung für mich als Verhaltens-Profi sind nicht die Pferde, sondern deren Menschen. Die Menschen sind es ja, die an ihren eingefahrenen Vorstellungen festhalten, die nur bedingt lernbereit sind und sich oft nur schlecht auf Neues einlassen können. Es gilt für mich zum einen zu informieren und Pferdemimik und Körpersprache, Lernverhalten und Sinnesphysiologie der Pferde ebenso näherzubringen wie das Wissen um die praktische Anwendung wissenschaftlich belegbarer und sanfter Ausbildungsmethoden.

Den Fokus auf das Miteinander lenken

Viele Besitzer sehen dabei zunächst nur „das Problem“ und auf der anderen Seite „das Ziel“, sie wollen möglichst schnell und direkt eine „Reparaturmaßnahme“ vornehmen und dann ihre eigenen Träume und Ideen umsetzen. Damit überhaupt ein Miteinander entstehen kann sind viele kleine Schritte nötig. Daneben muss man bedenken, dass jegliche Problemfelder von sogenannten schwierigen Pferden sehr vielschichtig sind und zusätzlich dicht mit dem Faktor Mensch verwoben sind. „Mal eben schnell“ gemachte Lösungen können da nur lückenhaftes Flickwerk sein und nicht zum Kern der Situation vordringen. Ich vergleiche die Arbeit mit schwierigen Pferden gerne mit den Fähigkeiten als Handwerker: Klar ist das Dachfenster auch erst mal dicht, wenn man es mit Silikon zuschmiert, sinnvoller wäre es aber ein passenden Rahmen zu besorgen und es fachmännisch einfassen zu lassen. Es ist halt immer die Frage wem die Ausbildung des Pferdes wirklich etwas nützt: Bringt sie das Pferd mit seiner einzigartigen Persönlichkeit zum Leuchten und Strahlen oder ist sie reines Flickwerk im Sinne des Menschen? Für uns sollte doch immer das Glück und die Zufriedenheit des Pferdes die höchste Priorität haben.

LG,

Marlitt

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