Burnout bei Pferden?

Gefahr des Erschöpfungszustandes

Da die Hummanpsychologische Bezeichnung nicht überall genau gleich verwendet wird, spreche ich beim Pferd lieber von einem allgemeinen meist stressbedingten Erschöpfungszustand. Dieser ist bei Pferden weit verbreitet und kann für das betroffene Tier weitreichende Folgen haben. Meist ist es schwierig bzw. nur von Fachleuten zu ermitteln, wie die Abgrenzung zu anderen Krankheitsbildern wie etwa Depressionen erfolgen kann und daraus ein Konzept für das jeweilige Pferd entwickelt werden kann. Bei Pferden äußert sich der chronische Erschöpfungszustand meist in einem mehr oder weniger diffusen Gesamtbild. Betroffene Pferde wirken kraftlos oder gar apathisch, nehmen ihre Umwelt nur noch sehr reduziert und kapseln sich von anderen Pferden ab. Oft ist ihre Mimik und Körpersprache sehr reduziert und ihr Blick verschlossen nach innen gekehrt. Sie leiden an Konzentrationsmangel ebenso häufig wie unter Konditionsverlust, Immunschwäche oder der Neigung zu wiederkehrenden Stoffwechselstörungen. Schon ein schlichter Stallwechsel kann ein traumatisches Erlebnis für ein Pferd sein und gepaart mit anderen ungünstigen Rahmenbedingungen, wie einer unpassenden Herdenzusammenstellung, Stress in der Umgebung, Überforderung im Training oder schlicht ein Nährstoffmangel, zu einem manifestierten chronischen Stressgeschehen und damit auch zu einem Erschöpfungszustand führen.

Erste Erschöpfungszeichen

Jede Veränderung der Persönlichkeit des Pferdes sollte ernst genommen werden. Gerade in sich zurück ziehen, geminderter Appetit oder aber eine festgestellte Konditionsschwäche mit Muskelabbau sind weit verbreitere erste Anzeichen. Dann wird es Zeit sich schleunigst mit der Therapie zu beschäftigen. Zunächst wird eine Anamnese von erfahrenen Therapeuten und Tierärzten nötig sein um die einzelnen Problemfelder einzugrenzen. Dann ist es aus meiner Sicht am allerwichtigsten konsequent Stress zu reduzieren und zwar in sämtlichen Lebensbereichen, wie der Haltung, Fütterung, Training usw.. Je näher sich das Alltagsleben des Pferdes am Vorbild der Natur orientiert, desto schneller wird auch ein Erschöpfungszustand aufgelöst. Pferde gehen sehr individuell und damit sehr unterschiedlich mit Stress um. Während manche Tier hypersensibel sind und schon in Kleinigkeiten ein Problem sehen, sind andere relativ tolerant manchen Stressoren gegenüber. Daher ist die Frage nach dem wie viel Stress zugemutet werden kann nur im Einzelfall zu beantworten. Sehr viele echte Verhaltensstörungen wie Koppen oder Weben haben eine ihrer Ursachen im Stress. Andere Problemfelder wie Headshaking oder gesteigerte Aggressivität oder Ängste können ebenso stressbedingte Folgen eines Erschöpfungssyndroms sein.

LG,

Marlitt

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