Integration von Pferden

Sympathie oder Abneigung?

Kurzfristig erkennt man die Sympathie auf den ersten Blick an einer interessierten, aggressionslosen Ann├Ąherung. Die Pferde treten in Nasenkontakt und beschn├╝ffeln sich ausgiebig. Langfristig sollte als Minimum gesehen werden, dass die Pferde sich gegenseitig ignorieren, also praktisch nebeneinander her leben k├Ânnen┬á oder aber im besten Falle miteinander befreundet sind und dann auch K├Ârperkontakt aufsuchen, miteinander Fellpflege betreiben, Seite an Seite grasen und die freundschaftlichen Kommunikationsformen deutlich in der ├ťberzahl sind.

Pferd aus der Gruppe nehmen
Sollte sich nach einigen Tagen der Eingew├Âhnung (auch bei gr├Â├čeren Gruppen h├Âchstens eine bis zwei Wochen) nicht ein Minimum an Ruhe und Integration hergestellt sein, sollte man ├╝ber eine Umstrukturierung der Gruppe nachdenken, um den Stress f├╝r alle Beteiligten nicht zu sehr steigern zu lassen. Gerade auch, wenn ein Pferd permanent unter Druck gesetzt wird, es gejagt wird und nicht nach erreichen einer Individualdistanz von ihm abgelassen wird, es also nicht zur Ruhe kommen kann, sollten die Tiere getrennt werden. Genauso wenn ein Pferd wieder und wieder angegriffen oder sogar verletzt wird, oder wenn sich zwei oder mehr Tiere immer wieder aneinander geraten. Manchmal kann es auch n├Âtig sein, die Geschlechter zu trennen, etwa, wenn ein Wallach beginnt Stuten zu decken oder aber andere Wallache zu vertreiben. Bei starken unterschieden in der K├Ârpermasse sollte schon fr├╝hzeitig abgewogen werden, ob langfristig die Gruppe in der Konstellation bestehen bleiben kann, da die m├Âgliche Verletzungsgefahr naturgem├Ą├č gro├čer ist, wenn sich ein Shire-Horse nicht mit einem Shetty vertr├Ągt, als wenn es sich bei den Gruppenmitgliedern um ebenb├╝rtige Partner handelt.

Gedanken zur Gruppenkonstellation
Bevor man ├╝berhaupt in Erw├Ągung zieht, bestimmte Pferde zusammenzustellen, w├╝rde ich vorschlagen genau zu ├╝berlegen, ob die betreffenden Tiere vom Wesen und Temperament und auch von der K├Ârpermasse und den Bed├╝rfnissen zusammenpassen. Passen die Tiere n├Ąmlich nicht zusammen, so kann es mehr Stress bedeuten, sie einmal aneinander zu gew├Âhnen, um sie dann doch wieder trennen zu m├╝ssen, weil etwa ein unterschiedlicher Futterbedarf vorhanden ist und die F├╝tterung nicht individuell gestaltet werden kann. Auch ist vermutlich ein ausgelassener dreij├Ąhriger Warmblutwallach eher weniger als neues Mitglied einer Rentnergruppe geeignet.

Hat man die Pferde im Vorfeld sorgf├Ąltig ausgew├Ąhlt, so kann oft schon bei der Reaktion ├╝ber einen Festen Zaun oder die Boxent├╝r einer Integrationsbox festgestellt werden, ob sich die Pferde m├Âgen an der Art, wie sie zueinander in Kontakt treten. Positiv zu werten ist es, wenn sie sich ausgiebig beschnuppern, die Aufregung eher gering bleibt oder sogar ├╝ber den Zaum hinweg begonnen wird sich zu kraulen. Weiterhin bleiben positiv zueinander eingestellte Pferde eher l├Ąnger miteinander in Kontakt, also bleiben in der N├Ąhe des neuen Pferdes am Zaun stehen oder fressen ggf. sogar nebeneinander. Eher vorsichtig sollte man sein, wenn deutliche Aggressionen in Form von Ansteigen, echtem Drohen oder Bei├čen ├╝ber den Zaun hinweg stattfinden oder die Pferde versuchen, den ÔÇ×NeuenÔÇť ├╝ber den Zaun hinweg zu treiben. Die Eingew├Âhnungsphase sollte dann entsprechend verl├Ąngert werden.

LG,
Marlitt

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