Kostbare Erinnerungen horten

Selektive Wahrnehmung und Ged├Ąchtnis

Positive Erinnerungen sind wie ein Schatzk├Ąstchen angef├╝llt mit funkelnden Zeitsplittern, warmen Ber├╝hrungen und freudigen Momenten. Jeder von uns aber auch unsere Pferde besitzen tief in ihrem Inneren diesen Schatz, zu dem wir immer wieder gerne zur├╝ckkehren uns daran erfreuen und┬á sie weiter ausschm├╝cken und ausleben. Diese kostbaren Erinnerungen h├╝ten wir besonders innig, weil wir sie mit so vielen angenehmen Assoziationen in der Vergangenheit verkn├╝pft haben und sie so wirksam in unserem Ged├Ąchtnis verankert wurden. Pferde lernen vornehmlich ├╝ber diesen selektiven Emotionskanal, er aktiviert bei ihnen im Gehirn ein Feuerwerk an Vernetzungen zu den gleichzeitig stattfindenden Sinneseindr├╝cken. Sie verbinden ihre Stimmung, die Atmosph├Ąre auf dem Reitplatz, die Reaktionen des Menschen und tausend weitere kleine Details zu einem Gesamtbild an erinnerungsw├╝rdigen Facetten. Negative Erfahrung mit dem Menschen oder in bestimmten Trainingssituationen aktivieren dagegen einen mentalen Fluchtplan. Wir kennen das von uns selber, wenn wir uns in als unangenehm empfundenen Lebenssituationen wiederfinden. Automatisch spielen wir m├Âgliche Fluchtwege durch: Wie kann ich das jetzt vermeiden oder wie komme ich blo├č hier raus? Diese unsch├Ânen Erfahrungen helfen aber weder Pferd noch Mensch mit der der konstruktiven Bew├Ąltigung der problematischen Situation, sondern f├╝hren lediglich dazu praktikable Vermeidungstrategien f├╝r die Zukunft zu etablieren.

Sch├Ânes schaffen
Jede Lernerfahrung wird immer mit einem positiven oder negativen Vorzeichen versehen. Wie unser Pferd das Zusammensein mit seinem Menschen wahrnimmt entscheidet dar├╝ber welche Erinnerung wir in das Ged├Ąchtnis pflanzen und ob daraus bunte Bl├╝ten knospen oder sich bedrohliche Dornen entwickeln. Wenn wir es schaffen viele sch├Âne Momente f├╝r das Pferd zu entwickeln werden wir gemeinsam gerne wieder gedanklich zu diesen positiven Erinnerungen zur├╝ckreisen. Die Vergangenheit tritt dann buchst├Ąblich in unsere Gegenwart und zaubert ein L├Ącheln auf unsere Gesichter. Die Arbeit mit positiver Verst├Ąrkung beeinflusst hierbei die Wahrnehmung des Pferdes und damit die Bewertung der eigenen Erinnerungen auf ganz unterschiedlichen Ebenen. Sie st├Ąrkt die Bindung zwischen Pferd und Mensch, weil unsere gemeinsame Zeit im Ged├Ąchtnis des Tieres im warmen Licht des Wohlbefindens badet. Augenblicke der Aufmerksamkeit, Zuwendung oder die Belohnung mit einem kleinen Leckerli f├Ârdern die Motivation der Tiere aktiv mit uns an Herausforderungen zu arbeiten. Und zu guter Letzt sind positiv erworbene Lerninhalte immer eindr├╝cklicher in unseren Gehirnen fixiert und leichter abrufbar. Es ist eben dieses Erinnerungs-Schatzk├Ąstchen dem wir uns immer wieder mit strahlenden Augen zuwenden und welches in einer liebevollen Beziehung ├╝bervoll mit den Kostbarkeiten unseres gemeinsamen Gl├╝ckes angef├╝llt sein sollte.

LG,
Marlitt

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