Clickertraining bedeutet:

Lernen, genau zu beobachten

Nur wer genau hinsieht, wird langfristig ein ├╝berragend guter Pferdetrainer. Erfolg im Clickertraining bedeutet die Kunst Ver├Ąnderungen ├╝berhaupt wahrzunehmen. Und das ist bei einem gro├čen Tier mit subtilen Details der K├Ârpersprache wie dem Pferd eine Klasse f├╝r sich. Nicht nur Lagever├Ąnderungen der einzelnen Gliedma├čen, Positionierung des K├Ârperschwerpunkts oder auch die Mimik des Tieres spielen dabei eine Rolle, sondern ebenso die Blickrichtung des Pferdes oder gar winzige Muskelzuckungen. Besonders innerhalb eines Shaping-Prozesses wird derjenige am Schnellsten vorankommen, der in der Lage ist, die winzigsten Ver├Ąnderungen korrekt wahrzunehmen und direkt darauf zu reagieren. So kann das eigene Timing extrem verbessert werden, wenn man eine m├Âgliche Bewegung des Vorderbein nicht erst dann erkennt wenn sich das gesamte Bein bewegt, sondern eventuell bereits an Muskelkontraktionen der Schulter oder hinter dem Widerrist wahrnimmt.

Bessere Kriterienauswahl

Wer biomechanische und anatomische Grundkenntnisse hat und die einzelnen Phasen der angestrebten Bewegungsabl├Ąufe kennt, der kann so klarer Kriterien f├╝r einen Click ausw├Ąhlen. Unterschiede im durch den K├Ârperbau bedingten Bewegungsablauf des einzelnen Pferdes k├Ânnen direkt mit einbezogen werden. So k├Ânnen auch m├Âgliche k├Ârperliche Defizite miteinbezogen werden, um geeignete Kriterien f├╝r einen sinnvollen Trainingsplan mit einzubeziehen. Letztlich ist es entscheidend, den Ist-Zustand wahrzunehmen und zu beschreiben, um ├╝berhaupt einen Wunsch-Zustand oder eine bestimmte Verhaltensweise genau definieren zu k├Ânnen.

Beobachtung mit allen Sinnen

Beobachten von Pferdeverhalten geschieht dabei mit allen Sinnen. Viele Ver├Ąnderungen im Bewegungsablauf sind beispielsweise leichter zu h├Âren als zu sehen. Man h├Ârt Taktverschiebungen ebenso wie Ver├Ąnderungen der Atmung. Unser Geruchssinn gibt uns wertvolle Hinweise in bezug auf m├Âglichen Stress beim Pferd, da wir oft die ver├Ąnderte Schwei├čproduktion bereits riechen k├Ânnen bevor sie deutlich sichtbar wird. Unser Ber├╝hrungsgef├╝hl sagt uns sehr viel ├╝ber die Anspannung der Muskulatur oder ├╝ber eine etwaige Hautempfindlichkeit.

Das gesamte Pferd wahrnehmen

Besonders hilfreich ist es auch immer wieder zwischen feinen Details einzelner K├Ârperpartien und dem Gesamteindruck zu wechseln. Gerade in Bezug auf Bewegungen ist der Bewegungsfluss ein genauso wichtiges Kriterium wie die Lage einzelner Gliedma├čen. Biomotorik ist ebenso wichtig wie Biomechanik.

LG,

Marlitt

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