Artefakte der Vergangenheit

Identifizieren und integrieren

Räumt man etwas auf, so stößt sicher jeder von uns immer wieder auf Artefakte der Vergangenheit. Gegenstände, die nicht mehr gebraucht werden, weil man selbst sich in eine andere Richtung entwickelt hat oder einen anderen Zugang zu einer bestimmten Thematik gewonnen hat. Dazu gehören ebenfalls alte Gedankengänge, die immer mal wieder als solche Bruchstücke der Vergangenheit auftauchen und uns daran erinnern, dass das Leben ein ständiger Prozess, eine immerwährende Veränderung ist. Ein genauer Blick auf solche Artefakte – egal ob es reale Gegenstände oder frühere Einstellungen und Glaubenssätze betrifft haben für mich seinen ganz eigenen Wert.

Helfen zu verstehen

Die Identifizierung der eigenen Vergangenheit hilft dabei sich selbst in der Gegenwart besser zu verstehen und kann damit auch produktiv für die Zukunft sein. Was hat mir dieses oder jenes einmal bedeutet? Warum war ich stolz auf das ein oder andere Ergebnis? Was hat mich dazu gebracht es heute anders zu sehen? Solche Artefakte können Ausrüstungsgegenstände sein wie die von mir früher so heiß geliebten und gerne getragenen klassischen Lederreitstiefel, die schon lange auf dem Dachboden verstauben. Irgendwie passen sie nicht mehr zu mir, standen sie doch für die Faszination der Eleganz im Dressurreiten, für genau jene Reiterei, mit der ich heute nicht mehr identifizieren kann. Es können auch Gedanken sein, die wieder als Erinnerungsschnipsel aus der Vergangenheit auftauchen. So habe ich mich neulich erst an meinen ersten Ritt auf einem richtigen Großpferd, auf einem mächtigen braunen Holsteiner erinnert. Ich, die damals sonst nur Ponys geritten bin, fühlte mich klein und verloren auf diesem für mich riesigen Pferd. Mein erster Impuls war damals war es lieber bei den Ponys zu reiten. Heute, etwa 30 Jahre später sehe ich es auch ein Stück weit als Eröffnung einer neuen Welt. Nachdem ich nun verschiedene Pferdetypen kennengelernt habe, kann ich alle diese unterschiedlichen Pferde mit ihren Besonderheiten wertschätzen. Das einschränkende Etikett „Ponyreiterin“ was ich mir selbst gegeben hatte, hat sich nun gewandelt.

LG,

Marlitt

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